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PARIS
S.-GERMAIN
2:0
(0:0)
OLYMPIQUE
LYONNAIS
Wappen Olympique Lyonnais
 
  Tore:  
1:0 Mayulu (72.)  
2:0 Godts (84.)  
 
Montag, 26. Oktober 2026 20:30 Uhr
Parc des Princes 47.926 (ausverkauft)
Paris, Ile-de-France, FR zu Fuß - 3 km ab Meudon
Ligue 1 (FR I) 8. Spieltag 2026/27
91 Euro - Sitzplatz Kurve 13° C - wolkenlos
--- Cola 0,3l - 4 Euro
 
 
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Nach gut 20 Jahren war ich erstmals wieder in Paris. Wenn man länger darüber nachdenkt, ist das schon ungewöhnlich, da die Fahrt ab Duisburg nicht viel länger dauert als nach Berlin. Nachdem der Freitag zum Ankommen diente und immerhin schon ein paar Schnappschüsse mit dem Eiffelturm abwarf, ging es am Samstag mit Freunden ins Disneyland. Hier konnten sich die Kinder austoben und mit großen Augen die Paraden von Mickey und Co. verfolgen. Die ursprünglichen Planungen drehten sich eigentlich um den Höhe- und Schlusspunkt der kleinen Reise am Sonntagnachmittag: Das erste NFL-Spiel der Geschichte in Paris. Obwohl die Partie zwischen den Saints und den Steelern aufgrund der anhaltenden Proteste und Krawalle in der Hauptstadt jüngst hinterfragt wurde, sollte natürlich trotzdem gespielt werden. Die Sicherheitsbedenken hatten aber eine andere für mich glückliche Fügung zur Folge. Die für den Sonntagabend angesetzte Ligue 1 Partie des Champions League-Siegers PSG gegen Lyon wurde am Freitag kurzfristig auf den Montagabend verschoben. Der ursprüngliche Termin wäre zwar machbar gewesen, hätte aber zur Folge gehabt, dass ich mich der abendlichen Gemeinschaft in unserer Ferienwohnung hätte entziehen müssen.

Wie war nun also der neue Plan? Trotz der kurzfristigen Verschiebung wurden die Tickets auf dem Zweitmarkt nicht wirklich günstiger. Daran sollte es aber nicht scheitern. Kurzerhand buchten wir uns ein Hotel, halbwegs nah am Prinzenpark. Nach einem zusätzlichen Sightseeing-Tag am Montag würde ich von dort aus zu Fuß zum Stadion aufbrechen, mich nach der Partie kurz zu den Mädels schlafen legen und das Auto später durch die Nacht nach Duisburg steuern. So sollten wir am Dienstagmorgen alle pünktlich auf der Arbeit und im Kindergarten erscheinen. Was für meine Verhältnis ungewöhnlich spontan war, klappte von Beginn an super. Ich schlug am Montagabend mehr als pünktlich zum Spiel im 16. Arrondissement auf. Das Stadion der Rot-Blauen stammt aus den 70ern und ist mitnichten mit den modernen Arenen anderer Top-Klubs vergleichbar. Trotz der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen gestaltete sich der Einlass als unproblematisch. Das Geschehen im Stadion selbst bot wenig Konfliktpotential, da Gästefans aus Lyon wie üblich nicht zugelassen waren.

Trotzdem gab es zwischen all den Touris und deren Selfies immer wieder kleinere Rennereien mit Beteiligung vermeintlicher Ultras und den hinterhereilenden Ordnern. Die Ursachen konnte ich nicht ergründen. Ich saß am Rand der zweiten Kurve, gegenüber der eigentlichen Szene und war froh nicht im benachbarten kleinen Stimmungskern gelandet zu sein. Nach einer Feuer- und Lasershow wurde dann tatsächlich auch Fußball gespielt. Aus der ersten Halbzeit blieb mir jedoch wenig vom Spielgeschehen im Gedächtnis. PSG dominierte mit seiner Startelf, die knapp eine Milliarde Euro Marktwert vereinte. Trotzdem waren Lyons Nadelstiche gefährlicher und um ein Haar erfolgreich. Die echten PSG-Fans hingegen machten mehr Dampf, als erwartet und überraschten mich positiv. Auch wenn ich insgeheim auf einen Erfolg der Gäste hoffte, war ich trotzdem froh über die beiden Pariser Tore in der Schlussphase der Begegnung. Immerhin bewahrten mich die beiden Joker Mayulu (72., 40 Mio. Marktwert) und Godts (84., ebenfalls 40 Mio. Marktwert) mit ihren präzisen Abschlüssen vor einem torlosen Remis. Gut, dass ich diese recht kostspielige Erfahrung spontan machen konnte, die sich irgendwo zwischen Selfiestick, Tradition, echtem Support und irrwitziger Kommerzialisierung bewegte. Neun Stunden nach Abpfiff waren wir wieder daheim in Duisburg.