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Rund um das letzte vollständige Wochenende
im Oktober hatten wir uns ganz schön was vorgenommen. Der Anker
unseres Trips war das erste Spiel der NFL-Geschichte in Paris am
Sonntagnachmittag. Alex, Lynn und ich starteten unsere Reise
jedoch bereits am Mittwoch, um ein paar Urlaubstage abzubummeln
und die Fahrtstrecke elegant zu halbieren. Die Hauptstadt des
Hennegaus, Mons, lag für dieses Unterfangen perfekt in der Mitte
der Route. Also bezogen wir hier, unweit der französischen
Grenze für zwei Nächte unser Quartier. Zuvor streuten wir einen
kleinen Schwenker in den schönen Zoo von Maubeuge ein, wo
Giraffen, Elefanten und Tiger Lynn strahlen ließen. Später in
Mons, machten wir uns kurz mit der Innenstadt rund um den Grand
Place vertraut, ehe eine weitere Annehmlichkeit des Aufenthalts
zum Tragen kam. Es war nämlich nicht nur die Lage, sondern auch
der Spielkalender des frankophonen Verbands FFA, der uns nicht
an der Stadt auf dem Berg vorbeikommen ließ. Bereits an unserem
ersten Abend empfing der RAEC Mons die Konkurrenz aus Rochefort
im Stade Charles Tondreau.
Ich konnte mich von unserer Unterkunft aus
zu Fuß auf den Weg zum Spiel machen. Von Fotos wusste ich
natürlich bereits, was für eine tolle Hütte mich erwarten würde.
Was Stadien angeht, liefert die Wallonie tatsächlich recht
zuverlässig. In Mons sah man dem Ground nicht nur seine mehr als
hundertjährige Geschichte an. Die schiere Größe der Spielstätte
zeugte ebenso vom einst so stolzen Klub mit der Stammnummer 44,
der nach Insolvenz und Neugründung mit leicht verändertem Namen
(Renaissance statt Royal) im Jahr 2015, jetzt nur noch – aber
immerhin – drittklassig kickt. Im vergangenen Sommer verpasste
man sogar knapp den Aufstieg in die Challenger League. Einen
großen Erfolg erzielte man trotzdem und konnte sich kurz nach
der verpassten sportlichen Chance die alte Stammnummer
zurückholen. Die bisherige Saison verlief jedoch ernüchternd und
kostete Erfolgscoach Boateng nach dem von mir besuchten Spiel in
Lüttich Anfang des Monats den Job. Gegen die starken Gäste aus
den Ardennen wollte man sich heuet wieder in der Tabellenspitze
etablieren.
Ich fand meinen Platz auf der Tribüne
hinter dem Tor, die gemeinsam mit der Haupttribüne eine bauliche
Einheit bildet. Der Rest des Stadions war mal wieder herrlich
zusammengewürfelt und ordentlich in die Jahre gekommen. Die
respektable Anhängerschaft verfolgte das Spiel zu meiner
Rechten, ohne sich jedoch ernsthaft akustisch in Szene zu
setzen. So schön die Kulisse war, so schnell holte mich das
Spiel auf den Boden der Tatsachen zurück. Auf dem derbe
zerpflückten Geläuf kam kaum Sehenswertes zustande. Die
Hausherren hatten mehr vom Spiel, die besseren Möglichkeiten
hatten bis zur Pause jedoch die Gäste. Im zweiten Durchgang
spielte Mons aufs von mir aus gesehen weiter entfernte Tor. Der
Schuss von RAEC-Mittelstürmer Mukandila, der aus halbrechter
Position zum 1:0 führte (53.), sah aus meiner Perspektive eher
ungefährlich aus. Was solls, eben jener in Westerlo ausgebildete
Angreifer erzielte auch das spielentscheidende 2:0, das
ebenfalls über die rechte Seite eingeleitet wurde (78.). Somit
präsentierte sich auch das Ergebnis versöhnlich in diesem
grandiosen Ground.
Fotos Sightseeing
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