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In der luxemburgische National Division gab
es immer Sommer viel Bewegung. Neben den beiden direkten
Absteigern Rodingen und Petingen, zogen Mamer und Canach in den
Barrage-Spielen jeweils im Elfmeterschießen den Kürzeren. Im
Gegenzug stiegen Wiltz und Ettelbrück sowie die beiden für mich
neuen Teams aus Walferdingen und Rümelingen auf. Das Duell
meiner beiden Unbekannten bot sich als Anlass also gerade zu an,
dem liebsten Großherzogtum zum ersten Mal in der neuen Spielzeit
einen Besuch abzustatten. Bei aller Vorfreude sind die Touren
nach Luxemburg doch auch immer ein ziemlicher Ritt. Drei Stunden
gurkte ich durchs Rheinland und die Eifel, bevor ich am Stade
Prince Henri aufschlug. Walferdingen liegt etwas nördlich der
Hauptstadt und mit dem Besuch des Stadions kann man zugleich
einen Blick auf die größte Sehenswürdigkeit des Ortes werfen.
Gegenüber des Grounds thront das Walferdinger Schloss, in dem im
19. Jahrhundert der niederländische Prinz Heinrich von
Oranien-Nassau residierte. Heute bringt der König Fußball etwas
Glanz in die Gemeinde. Der FC Residence ist tatsächlich zum
ersten Mal in seiner über hundertjährigen Geschichte
erstklassig.
Das Stadiongelände erwies sich auf den
ersten als ziemlich weitläufig. Einen eigenen Eingang,
geschweige denn eine Kasse konnte ich bei meiner Ankunft nicht
vernehmen. Als ich die ersten Fotos vom Ground schoss, rief mich
jedoch ein Mann mit einer Geldkassette zu sich und kassierte die
für die Liga obligatorischen zehn Euro ab. Nun war ich also
legitimiert den kleinen Ground ausgiebig zu erkunden. Das
Highlight der Anlage ist sicherlich das weiße Zeltdach, das mit
seinen zwei Spitzen zwischen der Spothalle und dem Rasenplatz
emporragt. Dass die Strukturen noch nicht für den Verbleib im
Oberhaus ausgelegt sind, zeigten auch die Mettwürschte, die zwar
reichlich verfügbar waren, jedoch im Bockwurstwärmer zubereitet
wurden. Somit musste also das Duell der beiden Aufsteiger für
eine lohnende Tour sorgen. Die Partie präsentierte sich von
Beginn an vielversprechend und hatte früh einen echten
Paukenschlag parat.
In der 18. Minute richtete ich mein
„Objektiv“ in Erwartung eines Eckballs der Hausherren auf den
Strafraum der Gäste. So mache ich es häufig und doch bekomme ich
selten einen erfolgreichen Seitfallzieher vor die Linse. Danke,
Alex Lopes! Das grandiose Tor zur 1:0-Führung blieb jedoch nicht
lange unbeantwortet. Rümelingen zeigte sich in Person von Jules
Diallo treffsicher. Der Franzose drehte mit zwei perfekt
getimten Kopfbällen die Partie im Alleingang (24. und 27.). Das
Spiel wusste bisher zu gefallen und hatte noch mehr zu bieten.
Fünf Minuten vor der Pause setzte sich Walfer-Kapitän Macedo mit
vollem Körpereinsatz rechts im Sechzehner durch und schloss
humorvoll ab. Nach unterhaltsamen 45 Minuten ging es mit einem
leistungsgerechten 2:2 in die Pause. Mittlerweile hatte es der
Jahreszeit entsprechend leicht zu regnen begonnen und die
Begegnung benötigte ein wenig Zeit, um wieder auf die vorige
Betriebstemperatur zu kommen. Ein unnachahmlicher Hammer der
Gäste sorgte in der 75. Minute für Jubel unter den mitgereisten
Fans und für eine wahrscheinlich noch immer vibrierende
Querlatte. Hier half die Unterkante, zuvor war Rümelingen zwei
Mal unglücklich am Aluminium gescheitert. Eine unnötige rote
Karte der Gäste brachte die Partie wieder in die Waage, da
Macedo abermals alles richtig machte und die Überzahl konsequent
nutzte um den 3:3 Ausgleich zu erzielen (84.). Was für ein
Schlagabtausch!
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