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Mein Saisonauftakt mit den Knappen vollzog
sich Mitte September denkbar spät. Beim enttäuschenden Start in
Augsburg bremste mich ein rarer dienstlicher Einsatz am
Wochenende, bevor ich mir über Sinn und Unsinn einer Reise in
die 600 Kilometer entfernte Fuggerstadt Gedanken machen konnte.
Dem ebenso überraschenden wie famosen torlosen Remis daheim
gegen die Bayern blieb ich, durchaus bewusst gewählt fern und
trieb mich lieber mit Rico und Tommy in Manchester und Umgebung
herum. Den ersten Sieg am dritten Spieltag in der Alten
Försterei verpasste ich aufgrund der kaum machbaren Kombination
aus einem Arbeitstermin bis in den frühen Freitagnachmittag und
der Terminierung am selben Abend. So musste also das Duell gegen
den Mitaufsteiger SV Elversberg für meine Saisonpremiere
herhalten. Bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen brachen
Alex und ich in Richtung Arena auf. Abermals erwischte der S04
mit der 17:30-Uhr-Partie am Sonntag einen ungewöhnlichen
„Zeitslot“. Auch am vierten Spieltag musste man somit weiterhin
auf eine klassische Terminierung am Samstag um halb vier warten.
Der FC Schalke diente der Liga also mal
wieder als Kassenschlager und sollte, trotz der lächerlichen
Position in der TV-Geld-Tabelle, mit seinen Einzelspielen die
Kassen der elenden Pay-TV-Anbieter klingeln lassen. Zum Glück
konnten wir auf das Angebot von Sky, DAZN und Co. verzichten und
verfolgten das Spiel dort, wo es hingehört, im Stadion und nicht
vor der Glotze. Im gewohnten Block trafen wir auf eine große
Truppe um Andre, Kirsten, Torsten und Flo. Es tat gut, das
Wohnzimmer mit guten Leuten zu teilen und nach langer Zeit mal
wieder ein Bundesliga-Spiel vor der Brust zu haben. Dass der
Gegner Elversberg hieß und die Partie daher nicht wirklich nach
Oberhaus klang, ist eine andere Geschichte. Sportlich halten die
Saarländer in ihrer Premierensaison bisher gut mit und stehen
vor den Knappen. Der spärlich gefüllte Gästeblock zeigte indes
deutlich, dass man es mit einem wenig traditionsreichen
Emporkömmling zu tun haben würde.
Aber was solls, auch der Schalker Anhang
riss hier und heute keine Bäume aus. Auch wenn es ohne Gegner
auf den Rängen schwer ist, gelang es nur selten das gesamte
Stadion mitzunehmen. Das Geschehen auf dem Rasen tat sein
Übriges. Es war kein lahmes oder schlechtes Spiel und trotzdem
war das eine irgendwie komische Darbietung. Beide Teams
präsentierten sich über weite Phasen ballsicher, kreativ und
engagiert. Die Gäste fanden ihren Meister des Öfteren im
bärenstarken S04-Verteidiger Kurucay. Königsblau scheiterte
meist an sich selbst und verpasste es, den entscheidenden
Abschluss zu suchen. Einige Male wünschte man sich im Publikum
einen trockenen Schuss, als der Ball noch ein weiteres Mal
quergelegt wurde. So kam es, wie es kommen musste. Nach 55
Spielen mit mindestens einem Treffer, sollte ich mir hinter der
Partie Schalke gegen Elversberg ein torloses Remis vermerken.
Mit dem Gefühl, dass da mehr drin gewesen wäre, ging es für uns
zurück in Richtung Duisburg. Mit fünf Punkten aus vier Spielen
bleibt die Schalker Ausbeute natürlich im Rahmen des Möglichen.
Weiter geht’s nach einer wahnwitzigen endlosen Länderspielpause
in Freiburg. Ohne mich, aber hoffentlich mit einem Sieg für den
S04.
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