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Twentes Arbeitsnachweis präsentiert sich in
der noch jungen Saison durchwachsen bis gut. Den Anfang machte
die Qualifikation für den Europapokal. Die Tukker starteten in
der Europa League-Quali und strichen hier bereits nach dem
ersten Duell mit Ferencvaros die Segel. Erfolgreicher lief es in
der klassentieferen Conference League, in der man sich nach den
Play-off-Spielen gegen Qarabag Agdam für die Ligaphase des
Wettbewerbs qualifizieren konnte. In der Eredivisie ist man
durchaus im Soll. Vor dem Nachholspiel gegen Telstar Velsen
hatte man sieben Punkte aus vier Spielen auf der Habenseite. Mit
einem Sieg gegen den kleinen Klub aus Nordholland konnte man an
diesem Mittwochabend mindestens auf den fünften Tabellenplatz
springen. Heute war jedoch für mich das Drumherum viel
wichtiger. Endlich ging es mal wieder mit unserer alten
Kleinstgruppe aus Andre, Stevie und mir auf Achse.
Dementsprechend groß waren die Vorfreude und der Bedarf sich
ausführlich auszutauschen. Vor Ort angekommen hatten wir dann
Glück, dass wir eines der raren Zeitfenster ohne Regen
erwischten, um die letzten Meter bis zum Stadioneingang zu
beschreiten.
Hier ging ist die altbekannten unglaublich
steilen und nie enden wollenden Treppen hinauf in den Oberrang.
Die Belohnung für den mühsamen Aufstieg wartete bereits – der
Twente ham. Hier Herz-Emoji einfügen! Nach der Verpflegung
bestand der nächste Tagesordnungspunkt darin, meinen
Mitstreitern zu erklären, dass es sich bei den Gästen von
Telstar Velsen nicht um einen vom Wege rechten abgekommenen
Mobilfunkanbieter handelt. Der Namenszusatz geht auf einen
Fernmeldesatelliten zurück, dem Telstar 1, der ein Jahr vor der
Entstehung des Fusionsvereins ins All geschossen wurde. Warum
benennt man einen Fußball-Klub nach einem Erdtrabanten? Ganz
einfach, was war in den Sechzigern moderner und
zukunftsorientierter als ein Satellit?! So weit, so gut. Wir
hofften natürlich darauf, dass die Gäste heute, bis auf diese
spannende Info zum Namen, keine große Rolle spielen würden.
Immerhin hatte das wohl kleinste Team der Eredivisie mehr
Anhänger vor Ort als erwartet. Ein wirklicher Kassenschlager war
das Spiel trotzdem nicht. Ich bezweifle, dass die 29.000
gemeldeten Zuschauer tatsächlich anwesend waren. Es sah eher so
aus, als verzichteten viele Dauerkarteninhaber an diesem
Mittwochabend auf den Spielbesuch.
Als es sehr schnell und ohne Abtasten auf
dem Rasen zur Sache ging, bahnte sich eine torreiche Partie an.
Die Gäste gerieten sofort in Bedrängnis und zwei flache
Hereingaben in die Mitte hätten die Twente-Treffer eins und zwei
zur Folge haben können oder sogar müssen. Obwohl das Tempo der
ersten Minuten nicht gehalten werden konnte, habe ich allein in
Hälfte eins locker fünf größere Möglichkeiten auf Seiten der
Hausherren gezählt. Zählbares kam dabei leider nicht herum. Zum
Glück für Twente blieben die Gäste über die gesamte Spieldauer
harmlos. Trotzdem – man hat es beim Spiel zwischen Bayern und
Schalke gesehen – kann man auch trotz drückender Überlegenheit
am Ende mit nahezu leeren Händen dastehen. Irgendwie war es
bezeichnend, dass der Siegtreffer dann ziemlich krumm zustande
kam. Keine saubere Hereingabe, kein ungestörter Kopfball,
stattdessen brachte ein glücklicher Aufsetzer im strömenden
Regen, eingesprungen und unter Bedrängnis, in der 65.
Spielminute das 1:0. Mit dem Tor im Rücken holte ich die zweite
Essens-Runde und während wir speisten, plätscherten die letzten
Minuten recht unspektakulär dahin. Es war kein Fußballfest und
trotzdem ein willkommener Trip mit Freunden in der Mitte der
Woche.
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