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Der niederländische Pokalwettbewerb
funktioniert etwas anders als das deutsche Pendant. Während man
hierzulande als hauptsächlich über den Landespokal
qualifizierter Amateurclub in der ersten Runde auf eine
Profi-Mannschaft trifft, ist der Weg dorthin im KNVB Beker etwas
weiter und sicherlich auch steiniger. In der ersten
Qualifikationsrunde treten Anfang September vor allem Teams aus
der fünften, vierten und auch vereinzelt Vereine aus der
drittklassigen Tweede Divisie in 32 Partien gegeneinander an.
Nach einer weiteren Qualifikationsrunde steigen dann im
Hauptturnier die Erst- und Zweitligisten ein, die nicht im
Europapokal gefordert sind. In der vergangenen Saison überlebte
der Viertligist RKSV Groene Ster aus Heerlen die erste
Qualifikationsrunde und scheiterte drei Wochen später denkbar
knapp im Elfmeterschießen am SC Genemuiden (ebenfalls Derde
Divisie). Die neue Spielzeit bot den Limburgern eine erneute
Möglichkeit im Wettbewerb weit zu kommen und vielleicht sogar
auf einen etablierten Erstligisten zu treffen.
Für die Elf von Groene Ster galt es dafür,
die Hürde VV Heerjansdam zu nehmen. Für Daniel und mich lag nur
eine machbare Autofahrt bis knapp hinter die
deutsch-niederländische Grenze zwischen dem Feierabend und dem
Spielbesuch. Ab Mönchengladbach reisten wir zusammen und trafen
mit ordentlich Puffer an der bescheidenen Anlage Pronsebroek
ein. Hier war alles etwas kleiner und uriger als gewohnt. Nur
drei statt sechs bis sieben Großfelder und auch das kuschelige
Vereinsheim war weniger prunkvoll als andernorts. Der Ground
selber reihte sich in die Riege der typischen Kunstrasenplätze
mit kleiner Tribüne ein, wie man sie in den Niederlanden an
jeder Milchkanne findet. Aber natürlich hatte Daniel mit seiner
Aussage recht, dass das ja eh alles irgendwann gemacht werden
müsste. Vor allem, wenn man wie ich, plötzlich auch in der
zweigleisigen Viertklassigkeit mehr als die Hälfte der Anlagen
besucht hatte.
Was vielleicht nach lästiger Routine
klingt, war es natürlich trotzdem wert. Daniel und ich hatten
uns nach dem letzten gemeinsamen Spielbesuch vor drei Monaten
viel zu erzählen, das milde Wetter erforderte noch nicht
unbedingt eine Jacke und rund um den Platz war zumindest
quantitativ einiges los. Somit fehlte nur noch eine gute Partie
– hoffentlich ohne Verlängerung oder Elfmeterschießen – für
einen grundsoliden Ausflug ins liebgewonnene Nachbarland.
Bereits in den ersten Minuten gab es ordentlich was fürs Auge.
Der klassentiefere Gast aus Südholland agierte forsch und packte
ad hoc einen Fallrückzieher im gegnerischen Strafraum aus, der
am Gebälk seinen statischen Meister fand. Wenig später gab es
dann den hart erarbeiteten Erfolg für die Gäste, als van der
Made den aufgerückten Keeper aus knapp 40 Metern sehenswert
überwand (23.). Groene Ster spielte nur sechs Minuten später die
UNO-Retourkarte und war aus etwas kürzerer Distanz aber ebenso
sehenswert per Heber zum Ausgleich erfolgreich. Mittlerweile war
es dunkel geworden und der zweite Durchgang präsentierte sich
jederzeit ergebnisoffen, bis Verteidiger de Kleijn die
Hausherren ebenso ambitioniert wie sehenswert mit einem
Distanzschuss ins linke untere Eck mit 2:1 in Führung schoss
(63.). Groene Ster hatte die Favoritenrolle ausgefüllt, das
Spiel gedreht und bis zum Abpfiff den knappen Vorsprung
erfolgreich verteidigt. Die Freude war entsprechend groß und wer
weiß, wann der Ausflug im Pokal endet. Auch wenn die Auslosung
am Freitag noch nicht die großen Fische liefert, wird sie in
Heerlen sicherlich mit Spannung erwartet.
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