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In etwas mehr als zehn Minuten fuhr ich den
Berg hinab aus Triesenberg nach Balzers an den Rhein. Hier
begann die Pokal-Partie 15 Minuten später, sodass ich kurz nach
dem Halbzeitpfiff am Sportplatz Rheinau aufschlug. Mittlerweile
hatte die Dämmerung Oberhand gewonnen, sodass ich mich ohne
schuldhaftes Zögern bei schlechter werdenden Lichtverhältnissen
auf meine Foto-Runde begab. Zuvor erfragte ich jedoch noch flott
den Zwischenstand bei einem älteren Herrn hinter der Bande. Die
Gäste aus Schaan führten bereits mit 4:0. Hier war die Messe
also gelesen. Nicht wirklich verwunderlich, da mit Balzers
dritter Mannschaft und Schaarns Zweitvertretung ein Fünft- auf
einen Viertligisten traf. Sportliche Spannung durfte ich nicht
mehr erwarten. Im Gesamtbild werden auch die Sieger der von mir
besuchten Partien – Ruggell 2 gewann noch mit 6:0 in Triesenberg
– keine große Rolle im Wettbewerb spielen. Dieser kennt seit
jeher eigentlich nur einen Sieger. Über 50 Cup-Titel hat der
derzeit in der Schweizer Super League spielende FC Vaduz auf der
Habenseite. In diesem Jahrtausend konnte nur der USV
Eschen/Mauren einen Streich verbuchen und 2012 den Pokal in den
Liechtensteiner Himmel recken. Dagegen wirkt die
Vormachtstellung des FC Bayern in Deutschland fast erträglich.
Der FC Balzers ist mit 11 Triumphen die
Nummer zwei im Land und gewann den Cup zuletzt 1997. Die eigene
Drittvertretung hatte in der neuen Spielzeit bereits in der
ersten von fünf möglichen Partien keine Chance. Laut dem Bericht
des Verbands hielten die Hausherren im ersten Durchgang noch gut
mit. Lediglich vor dem Tor machte man es den Gästen viel zu
leicht, sodass diese die bereits erwähnten vier Treffer erzielen
konnten. Nach der Pause sah ich von dieser Gegenwehr ziemlich
wenig. Angriff um Angriff rollte auf das Tor der nun völlig
überforderten Heimelf. Die Defizite in der Rückwärtsbewegung und
beim Tempo waren offensichtlich. Auch bei den haushoch
überlegenen Gästen lief natürlich nicht alles rund.
Möglichkeiten noch und nöcher landeten in den armen des
FCB-Keepers oder im Fangzaun. Wie schon in Triesenberg wurde vor
allem beim Abschluss deutlich, auf welchem Niveau man sich hier
bewegte. Schlussendlich hätte nach 90 Minuten auch hier ein 0:6
auf der Anzeigetafel gestanden, hätte man diese für die Partie
in Betrieb genommen. Das hieß zugleich, dass ich jeweils die
torärmeren Durchgänge erwischt hatte.
Immerhin dienten die Spiele in Triesenberg
und Balzers im Nachgang noch als Grundlage für eine nette
Anekdote. Am Folgetag machten wir den Wander-Dreiklang komplett
und begaben uns, nach Österreich und der Schweiz, auch in
Liechtenstein auf einen Ausflug in die Berge. Mit Lynn in der
Kraxe ging es auf 1.200 Metern Höhe durchs Valünatal. Entlang
des Baches führte uns der Weg auf eine Alp-Hütte, in der wir auf
eine nahezu gleichaltrige Spielgefährtin für Lynn trafen. Im
Gespräch mit ihrer Mutter stellte sich recht schnell heraus,
dass wir es nicht mit irgendwem zu tun hatten. Lynn spielte
gerade mit der Tochter des wohl verdientesten Liechtensteiner
Nationalspielers. Natürlich nutzte ich die Chance für einen
„Deep Dive“ in den Fußball des Fürstentums und die Karriere des
derzeit beim FC Vaduz spielenden Kickers. Dabei merkte ich
abermals, wie sehr mich die Fußballlandschaft der kleinen
Nationen interessiert und fesselt. Auch wenn in naher Zukunft
kein erneuter Besuch in Liechtenstein geplant ist, werde ich den
Pokalwettbewerb, die Nationalmannschaft und den FC Vaduz nun
etwas genauer und vielleicht auch mit anderen Augen beobachten.
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