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Unser kurzer Sommerurlaub, der zugleich die
Zeit zwischen dem Ende der Elternzeit und Lynns Eingewöhnung
überbrücken sollte, führte uns nach Vorarlberg. Ferien in
Österreich – ja wir sind alt geworden. Oder einfach nur Eltern.
Natürlich fiel unsere Anreise auf den Ferienanfang in
Deutschlands Südwesten, sodass es etwas dauerte, bis
Urlaubsfeeling aufkam. Den ersten vollständigen Tag verbrachten
wir dann standesgemäß mit einer Wanderung. Mit Lynn in der Kraxe
ging es ab dem Parkplatz stolze 600 Meter nach oben auf die Hohe
Kugel (1.645 Meter). Auch wenn der sportliche Akt mit Bier,
Jause und Schnitzel versüßt wurde, gingen wir es am folgenden
Sonntag etwas ruhiger an. Das Wetter war noch immer fantastisch
und schmeichelte unserem Tagesziel Bregenz allemal. Nach einem
Blick auf die Seebühne ging es das Ufer des Bodensees entlang
nach Westen, ehe wir umkehrten und den Nachmittag im Seebad
verbrachten. Nach diesem Bonbon für Frau und Kind folgte mein
Tageshöhepunkt.
Nach einer knappen Viertelstunde Autofahrt
ab der Festspielstadt erreichten wir die Marktgemeinde Lustenau.
Nach Dornbirn, Feldkirch und Bregenz ist die Stadt am Rhein die
viertgrößte des Bundeslandes. Der Grund für unseren Besuch fand
sich jedoch nicht in schnöden Bevölkerungsstatistiken, sondern
in der österreichischen Bundesliga. Die hier heimische Austria
ist nach zwei Jahren im Unterhaus wieder erstklassig und sollte
zum Saisonauftakt den SV Ried empfangen. Gespielt wurde im
runderneuerten Reichshofstadion. Da wir einige Minuten entfernt
parkten, transportierten wir den Nachwuchs auf gut Glück im
Kinderwagen und wurden dafür sogar belohnt. Statt in der Sonne
und der langen Schlange am Einlass zu warten, ging es lässig
durch den Seiteneingang. Unter der Stehtribüne gab es sogar
einen eigens ausgewiesenen Kinderwagen-Stellplatz. Auch im
Anschluss lief es reibungslos. Lynn „spielte mit“ und verbrachte
die ersten 45 Minuten mit ihren Eltern auf der Tribüne. Sie
klatschte und wippte zum Gesang der erstaunlich gut aufgelegten
Gästefans und rief ab und an: „Tor!“. Auch wenn sie den
passenden Moment noch nicht traf, wäre der Ausruf doch zwei Mal
begründet gewesen.
Standesgemäß umjubelt ging das bis dahin
spielbestimmende „Luschnou“ nach 26 Minuten und einem sauberen
Angriff in Führung. Ried glich acht Minuten später aus. Den
zweiten Durchgang verbrachten Alex und Lynn auf dem
stadioneigenen Spielplatz. Ein Traum für den hoppenden Papa. Ich
wandte mich somit wieder dem Stadion und dem Spielgeschehen zu.
Beim Umbau hatte der Ground einen einzigartigen Charakter
bekommen. Holz dominierte überall und fand dort, wo es ging,
seine Verwendung. Stufen, Pfeiler, Dach – fast alles war aus
Holz. Ebenso auffällig und schick kamen die Flutlichtmasten
daher. Nicht aus Holz, aber als eckige Betonsäulen. Auch wenn
die Partie stets unterhaltsam war und auch der Support das Spiel
angemessen untermalte, blieb das kleine Stadion am großen Fluss
der Star des Abends. Auf dem Rasen blieb es indes bei der
leistungsgerechten Punkteteilung, auch da Rieds Treffer zum 1:2
vom VAR einkassiert wurde. Zudem markierte sich Lynn ihren
fünften Länderpunkt. Ihre Mama Nummer 29. Mir fehlen in
Österreich nun noch vier Erstliga-Grounds.
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