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Es kommt selten vor, aber diesen Samstag
hatte der KNVB als zuständiger Verband gut getaktet. Am
Nachmittag konnte ich das Playoff-Spiel in Ermelo um den Platz
in der Tweede Divisie vollständig genießen und schaffte es
trotzdem pünktlich zum nächsten Tanz. Dieser fand etwas weiter
westlich im beschaulichen Huizen statt. Noch stellt die Gemeinde
am Gooimeer einen Viertligisten in der Derde Divisie A. Als eine
von drei Mannschaften auf den Plätzen 14 bis 16 mit genau 40
Punkten, muss man nun jedoch in den Playoffs ran, um seinen
Platz in der Liga zu bestätigen. In der ersten von zwei Runden
wartete mit der Hollandia aus Hoorn ein machbarer Gegner, der
seinerseits aus der fünften in die vierte Liga aufsteigen will.
Im Hinspiel am Mittwoch in Hoorn kam Huizen jedoch nicht über
ein 2:2 hinaus und muss sich im Heim- und Rückspiel deutlich
verbessern. In den Kommentaren aus dem SVH-Umfeld klang viel
Enttäuschung über den Auftritt bei der Hollandia mit.
Schließlich hatte man in der Schlussviertelstunde einen sicher
geglaubten Sieg aus der Hand gegeben.
Das entscheidende Spiel im Sportpark de
Wolfskamer stieß dabei auf verhaltenes Interesse. Vielleicht war
ich jedoch noch vom starken Zuspruch in Ermelo verwöhnt. In
Huizen hatte ich plötzlich viel Platz, konnte meine Runde übers
Gelände drehen und mich mit einer Portion Pommes getoppt mit
Hähnchen versorgen, die besser aussah als sie schmeckte. In der
noch immer recht kräftigen Abendsonne ging es für die Hausherren
mit der außergewöhnlichen Wappen-Form und den Gästen aus
West-Friesland mit etwas Verspätung los. Das Remis im Hinspiel
begünstigte anfangs keinesfalls den Spielverlauf. Beide Teams
starteten auffallend verhalten und wagten sich nur selten aus
der Deckung. Ein Umstand den man leider in vielen dieser
bedeutungsvollen Alles-oder-Nichts-Duelle beobachten kann. Ohne
jegliche Höhepunkte auf beiden Seiten ging es nach etwas mehr
als 45 Minuten endlich in die Halbzeitpause. Bis dato war die
Trinkpause auf halber Strecke des ersten Durchgangs fast das
Aufregendste.
Auch nach dem Wiederanpfiff war ich
irritiert vom harmlosen Auftritt der favorisierten Gastgeber.
Zudem war ich verwundert über das krasse Leistungsgefälle
zwischen den Spitzenteams vom Nachmittag an der Schwelle zur
Tweede Divisie und der Leistung des Kellerkinds der Derde
Divisie. Da ging fußballerisch wirklich wenig und auch der
Einsatz und die Emotionen wurden der Bedeutung des Spiels zu
keiner Zeit gerecht. Auch wenn ich mir im Sinne einer
zukünftigen Ligenkomplettierung einen Verbleib des SV Huizen in
der vierten Liga wünschte, machte die HVV Hollandia das hier und
heute deutlich besser. Auf Seiten der Gäste stimmte nicht nur
der Einsatz. Auch der Ertrag passte, als man nach einer Stunde
per Vollspann über den Torwart hinweg zur Führung traf. Hilfe,
war das schlecht verteidigt von Huizen. Mit dem Führungstreffer
wäre zu diesem Zeitpunkt der Gast fürs finale Spiel um die
vierte Liga qualifiziert gewesen. Wirklich Gas gaben die
gelb-grünen Hausherren trotzdem nicht. Es brauchte einen bösen
Patzer des Hollandia-Keepers, der eine Ecke nicht klären konnte,
sodass Huizens Lamme glücklich zum Ausgleich einköpfen konnte
(77.). Nach dem zweiten Treffer des Tages passierte lange
nichts, sodass ich mich bereits auf die Verlängerung einstellte.
In der Nachspielzeit machte sich dann jedoch der nötige Biss des
Underdogs bezahlt. Hollandias Margaritha zog ab und verwertete
den Abpraller unter Riesenjubel zum Siegtreffer für die Gäste.
Das 3:1 in der 99. Minute machte den verdienten Sieg perfekt.
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