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Gerne hätte ich meinen Besuch in Strassen
mit einem x-beliebigen, noch offenen Zweitliga-Ground
kombiniert. Nach der Komplettierung der ersten Liga wird das nun
scheinbar mein neues Jagdgebiet im Großherzogtum. Leider finden
in Luxemburg noch immer nahezu alle Partien des Wochenendes –
egal in welcher Liga – zeitgleich am Sonntag um 16 Uhr statt.
Immerhin bildete an diesem 26. Spieltag die Partie zwischen
Niederkorn und Rodingen eine Ausnahme. Der Anpfiff um 18:30 Uhr
gab mir genug Zeit die kurze Strecke ab dem Abpfiff in Strassen
ins Minette hinter mich zu bringen. Den Differdinger Ortsteil
Niederkorn besuchte ich mit Micha bereits bei einem Doppler in
Kombination mit Schifflingen Ende März 2024. Nun brachte mir der
Spielplan der National Division also einen erneuten Besuch. Und
warum nicht? Das
Wetter passte noch immer und der Traditionsverein und Altmeister
FC Progres kehrte nach einigen Monaten im Exil zurück ins Stade
Jos Haupert. Ich war also gespannt, was ich nach zwei Jahren
alles Neues entdecken würde. Was soll ich sagen? Ich war etwas
verwundert, als ich die Tribüne, die Gegengerade und auch die
Funktionsgebäude im gleichen Zustand wie damals vorfand. Bis
hierher ergaben sich für mich zwei Aufgaben, die es während der
anstehenden Partie zu absolvieren galt.
Die erste ergab sich aus der
Parkplatzsituation. Meine späte Ankunft im Rahmen des Dopplers
bescherte mir eine letzte recht fragwürdige Parklücke, in der
mein Auto doch recht offensichtlich in die Fahrbahn ragte. So
begab ich mich im ersten Durchgang im 10-Minuten-Takt an den
Zaun, um die Lage zu checken. Ich kann mich nicht erinnern, dass
ich jemals in der Halbzeitpause mein Auto umgeparkt hatte. Heute
war es dann so weit. Sicher ist sicher. Zweitens wollte ich in
Erfahrung bringen, was sich nun am Ground geändert hatte und
einen zwischenzeitlichen Umzug ins Städtische Stadion
Differdingens notwendig machte. Ein kurzes Gespräch mit einem
der Männer vom Bierausschank half hier weiter. Man hatte den
Rasen komplette erneuert und ja, das Geläuf sah wirklich zum
Anbeißen aus. Beruhigter durch das nun regelkonform abgestellte
Gefährt und klüger durch die Information zum neuen Rasen, ging
es für mich in den hoffentlich ereignisreicheren zweiten
Durchgang. Die ersten 45 Minuten waren, wie schon zuvor in
Strassen, nicht erwähnenswert bis schwach.
Immerhin gab es von der Tribüne einen
ordentlichen Support und eine Begrüßung mit Raketen und Rauch.
Vielleicht ist meine Sicht verzehrt oder durch den zeitlichen
Abstand getrübt, aber auch der etablierte Progres-Anhang
rangiert meilenweit hinter dem, was wir mit Grevenmacher in den
frühen 10er-Jahren ablieferten. Auch das Dutzend mitgereister
und organisierter Fans des FC Rodange riss hier und heute keine
Bäume aus. Und so sah es im Nierkorner Stadion ähnlich aus wie
zuvor in Strassen. Das gemeine Publikum suchte entweder Schatten
oder Sonne und genoss die Witterung mehr als das Spiel. Guckte
man ins Smartphone oder wie so manche Zuschauerin ins
mitgebrachte Buch, würde man mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig
verpassen. So vergingen die Spielminuten, während die Sonne sich
langsam hinter den Bäumen und Gebäuden auf Seiten der
Haupttribüne aus dem Staub machte und es merklich abkühlte. Auf
dem Platz blieb es mau. Wie so oft hatte das Kellerkind, in
diesem Fall Rodingen, am Ende trotzdem das Nachsehen. In der
vierten Minute der Nachspielzeit machte Niederkorns Natami mit
seinem Treffer aus der Rückkehr ins Stade Jos Haupert ein Fest.
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