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Wappen US Feulen US
FEULEN
1:2
(0:1)
VICTORIA
ROSPORT
Wappen FC Victoria Rosport
 
  Tore:  
  0:1 Kyereh (43.)
  0:2 Peralta Oliveira (ET., 61.)
1:2 Silva (90.)  
 
Mittwoch, 22. April 2026 20:00 Uhr
Terrain In Bertzent 440
Niederfeulen, Diekirch, LU Auto - 270 km ab DU-Walsum
Coupe de Luxembourg (LU P) Viertelfinale
10 Euro 10° C - wolkenlos
2x Mettwurscht - 8 Euro Bier (Diekirch) 0,3l - 3,50 Euro
 
 
 
 
 
 
 

In den Anfangsjahren meines Berufslebens konnte ich einige Dienstreisen mit Besuchen bei Fußballspielen verbinden. Gerne erinnere ich mich an meine Fortbildungen in München, während denen ich mich in den Ligen Bayerns und Österreichs ganz gut vorankämpfte. Mittlerweile beschränkt sich mein dienstlicher Horizont größtenteils auf Nordrhein-Westfalen. Daher war es etwas Besonderes, als ich an diesem Mittwoch im April einen Workshop in einer Schule in Rheinbach mit einem Fußballspiel verbinden konnte. Rheinbach liegt noch hinter in Bonn im Süden des Bundeslandes und somit mehr oder weniger auf dem Weg nach Luxemburg. So redete ich mir mein Vorhaben jedenfalls schön, im Anschluss an meine Pflichten ins Großherzogtum zu reisen und dort dem Pokalspiel zwischen Feulen und Rosport beizuwohnen. Was auf der Karte und bei Betrachtung der Luftlinie nach einer machbaren Tour aussah, entpuppte sich natürlich zu einem wilden Ritt über die abenteuerlichen Landstraßen der Eifel. Auf meiner Fahrt bestritt ich keinen einzigen Meter auf der Autobahn und kam somit erst nach zweieinhalb Stunden im Süden der Luxemburger Ardennen an.

Da es bis zum Spiel noch etwas Zeit zu vertrödeln gab, parkte ich mein Auto in Feulens Nachbarstadt Ettelbrück. Dort kaufte ich mir zuerst ein Buch über die luxemburgische Sprache und setzte mich mit diesem auf einen Humpen in den sonnigen Außenbereich eines Bier-Cafes. Leben läuft! Trotz des Müßiggangs kam ich als einer der ersten Schaulustigen am Ground der US Feulen an. Der ambitionierte Zweitligist, der in dieser Saison zeitweise die Tabelle im Unterhaus anführte, wollte gegen die Gäste und Erstligisten aus Rosport den großen Wurf wagen. Ein Sieg an diesem milden Abend würde für die Hausherren den erstmaligen Einzug ins Pokalhalbfinale bedeuten. Entsprechend schnell füllte sich die bescheidene Anlage zu ungefähr gleichen Teilen mit Fans der beiden Teams. Die Gäste aus dem deutschen Grenzgebiet weisen seit 2018 scheinbar eine motivierte Ultra-Gruppierung auf, die bereits vor den Stadiontoren erste Raketen und Fackeln zündete. Auf Seiten der Hausherren bequemte sich eine nicht ernstzunehmende Zweckgemeinschaft zum zaghaften Support.

Das Ungleichgewicht hinter der Bande sollte sich auf dem Kunstrasen nicht widerspiegeln. Ganz im Gegenteil. Dem teils arroganten Auftreten der Gäste und einiger auswärtiger Fans zum Trotz, bestimmte der Zweitligist vor einem schönen und hügeligen Panorama die Partie. Selten kam eine 1:0-Führung daher so überraschend und unverdient, wie der Treffer der Gäste kurz vor der Pause. Hier hatte die Kaltschnäuzigkeit also die Nase vorn. Zu allem Überfluss aus Sicht der Heimelf, erzielte das zweite Gegentor ein eigener Spieler (61.). Dass es sich dabei um ein Eigentor handelte, war jedoch eher Formsache, da Rosports Stürmer ebenfalls zum Einschuss bereitstand. Abseits der beiden Tore der Favoriten sah ich ein solides Pokalviertelfinale ohne große Aufreger. Trotzdem bleiben mir nicht nur die beiden Mettwürschte, sondern auch die latente Spannung im Gedächtnis. Leider gelang Feulen erst in der Nachspielzeit der Anschlusstreffer. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte dieser wohl für mächtig Zittern auf Seiten der Gäste gesorgt. So blieb die Pokalüberraschung aus und ich fuhr nach Haus.