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Das Konzert in der Hamburger Sporthalle am
Vorabend hatte ordentlich abgeliefert. Vor ausverkauftem Haus
holte Savas zu unserer Begeisterung unter anderem die
Deutschrap-Legenden Olli Banjo, Curse und Dendemann mit auf die
Bühne. Am Sonntag-Vormittag wechselten Felix und ich von der
Rap-Champions League in die fünftklassige Oberliga Hamburg. Dort
stand für mich ausnahmsweise ein Re-Visit auf dem Plan. Wenn man
bedenkt, dass ich nur etwas mehr als 100 meiner bisher besuchten
Stadien mindestens einen zweiten Besuch abgestattet habe, gehört
der Professor-Reinmüller-Platz nun also zu einem erlesenen
Kreis. Das lag einerseits an der entspannten Atmosphäre vor und
als auch und mitunter vielleicht sogar vordergründig, an der
ungewöhnlichen Anstoßzeit beim HEBC. Der frühe Start um 10:45
Uhr am Sonntagvormittag war prädestiniert für einen Doppler und
passte so auch heute bestens in meine Planungen. Eingeläutet
wurde der Fußball-Tag mit dem ersten Holsten Edel des Tages.
Schon allein dafür lohnte sich der Besuch der Partie gegen den
SC Victoria.
Bei bester Verpflegung - die Krakauer kam
tatsächlich im Brötchen (sic!) – und bestem Wetter, brauchte die
Partie dann ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Die Victoria
reiste als Favorit nach Eimsbush und trat dementsprechend
selbstbewusst auf. Trotzdem benötigten die Gäste für ihren
Führungstreffer in der 27. Minute die freundliche Unterstützung
des HEBC-Schnappers, der unter einen eigentlich ungefährlichen
Abschluss durchtauchte und dann verdutzt ins zappelnde Netz
blicken musste. Drei Minuten später riss eine äußerst harte
Schiedsrichter-Entscheidung bei mir frisch verheilte Wunden auf.
Ein HEBC-Verteidiger stoppte einen schnellen Angriff der
Victoria mit einem ausgestellten Bein und wurde zur Überraschung
aller Beteiligten vom Feld verwiesen.
Warum der Referee diesen
Einsatz als Notbremse ansah, obwohl der Stürmer den direkten Zug
zum Tor kurz vor dem Foul abbrach, weiß er sicherlich nur
selbst. Bitter, dass es in einer ähnlichen Szene wenige Minuten
zuvor auf der anderen Seite nur gelb gab. Die mehr als strittige
Entscheidung und die fehlende Linie erinnerten mich natürlich an
den „Fall Dzeko“ am vergangenen Wochenende.
Da passte es ins Bild, das die bis dato
tapferen Hausherren, mit in dieser Situation wenig Gegenwehr,
fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff das 0:2 kassierten. Was nach
der vermeintlichen Vorentscheidung passierte, überraschte und
fesselte uns dann zugleich. Beginnend mit dem 1:2 durch Tjorven
Bastian Dan Köhler (als hätte ich hier unbedingt die Zeilen zu
füllen…) brachte sich der weiterhin mutig auftretende HEBC
zurück ins Spiel. Plötzlich gelang den Gästen immer weniger und
stattdessen schweifte unser Blick immer öfter nach rechts, wo
sich der Strafraum der Victoria befand. Und was soll man sagen,
der Fußball bleibt eben Fußball und der Gast gab den Sieg in der
Schlussphase tatsächlich noch aus der Hand. Jede Leserin und
jeder Leser kann sich vorstellen, wie groß der Jubel der 60
Minuten in Unterzahl spielenden Eimsbüttler ausfiel, als zehn
Minuten nach dem Ausgleich in der 82. Minute tatsächlich das 2:2
als Endergebnis auf der Anzeigetafel stand. Nach diesem wilden
Ritt verabschiedete ich mich von Felix und brach unter leichtem
Zeitdruck alleine in Richtung Todesfelde auf.
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