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Im Oktober erschien in der Süddeutschen
Zeitung ein kleiner Bericht zum Stadion-Sammeln, der mein
„Wirken“ kurz beleuchtete. Darin griff der Autor die
angekündigten kommenden Spiele meiner Startseite auf und
kündigte den aufgeführten Besuch im Stade Francois Trausch im
luxemburgischen Mamer an. Zwischenzeitlich hatten sich meine
Pläne jedoch geändert und so ging es nach Hannover, statt nach
Luxemburg. Wenige Wochen später verhinderte ein Schneesturm den
nun fest anvisierten Besuch beim FC Mamer. Micha und ich standen
schon vor dem Ground und mussten aufgrund der landesweiten
Generalabsage unverrichteter Dinge nach Hause fahren. Auch an
diesem Wochenende Mitte Februar gab es diverse Irrungen und
Wirrungen. Ein erneuter Wintereinbruch machte den ursprünglich
geplanten Trip an die Nordsee futsch. Dieses Mal zugunsten eines
Spielbesuchs im Großherzogtum. Doch
auch dort sollte es kalt werden und schneien, sodass ich mit
recht viel Optimismus und einer Schippe Mut das Tagesziel Stade
Francois Trausch ansteuerte.
Durch die teils eisigen Ardennen ging es
über die belgisch-luxemburgische Grenze ins gelobte Land und in
Richtung des vorletzten noch fehlenden Grounds der National
Division. Der Aufsteiger FC Mamer fand sich vor der Partie gegen
den früheren Serienmeister Jeunesse Esch am Tabellenende wieder
und war an diesem Sonntagnachmittag sicherlich der Underdog. Der
Spielausgang war mir bei meiner Ankunft jedoch denkbar egal.
Viel wichtiger: Die Partie wird angepfiffen! Bei Temperaturen
knapp über dem Gefrierpunkt konnte ich also in Ruhe Fotos
schießen und mir die erste von zwei Mettwürschten genehmigen.
Spricht man über das Stadion des FC Mamer, sind neben der
Tribüne mit gelben Akzenten wohl vor allem die herrschaftlichen
Bauten im Rücken der unbebauten Gegengerade erwähnenswert.
Ansonsten musste hier die Begegnung selbst die Höhepunkte
setzen. Auch wenn mir zu meinen Zeiten mit Grevenmacher eine
Abneigung gegenüber den Gästen von der „Grenz“ eingeimpft wurde,
hoffte ich auf viele Tore. Meinetwegen auch auf ein Schützenfest
im Duell David gegen Goliath.
Was
bekam ich stattdessen? Ein torloses Remis zur Pause. Die zweite
Mettwurscht und ein frisches Diekirch spülten den Frust über
einen ersten Durchgang ohne echte Chancen zum Glück weg.
Zeitgleich setzte der angekündigte Schneefall ein und sorgte
dafür, dass auch ich mich unter dem schützenden Dach der Tribüne
verkroch. Der Kunstrasenplatz war nun ein Ort voller
Unzulänglichkeiten und Rutsch-Einlagen. Trotzdem oder gerade
deswegen wurde es in den Strafräumen spannender. So konnte ich
meinen Augen kaum trauen, als die Hausherren sich sauber in die
Gefahrenzone kombinierten und souverän zum 1:0 trafen (72.).
Kaum war die Begegnung wieder angepfiffen, wiederholte sich das
Bild und der Ball zappelte zum 2:0 für den Tabellenletzten im
Netz. Leicht amüsiert blickte ich in die fassungslosen Gesichter
der zahlreichen Gästeanhänger. Den Jeunesse-Fans und ihrer
Mannschaft war der späte Anschlusstreffer sicherlich kein Trost.
Während Mamer feierte, hatte ich eine wilde Rückfahrt samt
Schneechaos in der Eifel vor der Brust. Zum Glück gings gut!
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