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Schalke im Winter 2025/26 – das wird keine
Erfolgsgeschichte. Nach einer grandiosen Hinrunde verabschiedete
man sich mit einer Nicht-Leistung in Braunschweig in die kurze
Auszeit rund um den Jahreswechsel. Es folgten ein
schmeichelhaftes Remis in Berlin, ein Last-Minute-Ausgleich
gegen Lautern und eine bittere Niederlage in Bochum. Auf dem
Transfermarkt gab es den großen Fisch Dzeko und etwas Beifang.
Ähnlich hohe Wellen wie der Coup mit der Verpflichtung des
bosnischen Top-Stars, schlug der gescheiterte Millionen-Wechsel
von Sylla nach New York City. Leider sollte es auch im vierten
Pflichtspiel des Kalenderjahres keine positiven Nachrichten vom
Berger Feld geben. Aber das weiß man ja im Vorfeld nicht, sodass
Alex und ich optimistisch Richtung Gelsenkirchen aufbrachen.
Andre und Kirsten fielen aus, dafür klappte es vor der Partie
kurz mit Steffi und Marc zu quatschen. Während der Besuch aus
Berlin sich im Anschluss Richtung Südkurve bewegte, platzierten
wir uns wie üblich im Block K.
Nach dem schwachen Auftritt der Kurve gegen
die Roten Teufel, musste man gegen Dynamo mehr in Waagschale
werfen, sollte es hier mit einem Sieg klappen. Die Gäste aus
Dresden reisten zwar mit einer anderen Formkurve an, als ich sie
beim S04 beschrieben habe, und doch zählte gegen den
Abstiegskandidaten natürlich nur der Dreier. Schalke startete
mit drei Wintertransfers. Ndiaye verteidigte auf links, Ljubicic
sollte davor Impulse setzen und beispielsweise den
Startelf-Debütanten Dzeko in der Spitze füttern. So viel zur
Theorie. Im ersten Durchgang passte bei den Knappen wenig
zusammen. Vor allem den mit reichlich Bundesliga-Erfahrung
ausgestatten Ljubicic hätte ich gerne bereits vor dem
Pausenpfiff eingepackt, verschnürt und zurück nach Zagreb
geschickt. Was wünschte ich mir die Truppe auf den Platz zurück,
die in der Hinrunde stolze 37 Punkte sammelte. Stattdessen
erlebten wir bisher ein Schalke, dass gegen die motivierten
Jungs der Sportgemeinschaft streckenweise richtig alt aussah und
so gefährlich an die Vor-Muslic-Zeit erinnerte.
Bevor es in die zweite Hälfte geht, will
ich den Blick auf die Ränge nicht unterschlagen. Die Nordkurve
war besser aufgestellt als zuletzt und wurde vor allem dann
richtig laut, wenn sich der Gästeblock meldete. Ferner gab es in
der zweiten Halbzeit früh einen Grund zu feiern. Dzeko knipste
auch in seinem zweiten Heimspiel und verwertete den ersten guten
Angriff sehenswert (52.). Eingeleitet hatte diesen ausgerechnet
der zuvor so schwache Ljubicic. Ein Klassiker. Dass der S04 oder
besser gesagt Alleinunterhalter Dzeko nachlegte und für eine
vermeintlich komfortable Führung sorgte (70.), war eher
untypisch. Muslic wechselte den Doppelpacker unter tosendem
Applaus direkt aus und vertraute in der Restspielzeit auf eine
seriöse Vorstellung seiner Elf. Ein souveräner 2:0-Sieg gegen
die SGD, wenn auch nach holprigem Start, wäre so wichtig für die
Schalker Seele und die Tabelle gewesen. Stattdessen ließ man
sich mit zwei Gurken-Toren, die mehr oder weniger aus dem Nichts
kamen, nach allen Regeln der Kunst die Butter vom Brot nehmen.
Am Ende stand ein ernüchterndes 2:2 gegen das Kellerkind. Willst
du aufsteigen, darf sowas nicht passieren. Am Sonntag geht’s
nach Kiel. Das Hinspiel markierte eine der weniger
Saison-Niederlagen des S04.
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