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Twente startete in diesem Sommer in der
Europa League-Quali, stieg in die Conference League ab und
scheint sich in dieser mächtig wohlzufühlen. Mit Siegen daheim
gegen Thun und auswärts in Gibraltar, fliegt man bisher mit
einer weißen Weste durch die Liga-Phase des Wettbewerbs. Somit
war es an der Zeit, diesem hoffentlich noch lange anhaltenden
Lauf der Tukker beizuwohnen. An diesem späten Donnerstagabend
war es Jan, der mich begleitete und erstmals in der Grolsch
Veste ein Spiel sehen sollte. Meine Erfahrung rund um die Spiele
der Schalker Freunde macht sich mittlerweile bezahlt und unsere
Ankunftszeit war perfekt auf den noch leeren Wunschparkplatz
abgestimmt. Die Tickets hatte ich für meinen mittlerweile
favorisierten Block im Unterrang der Südecke des Stadions
besorgt. Sowohl mit der guten Sicht von unseren Plätzen als auch
mit der Einführung in die ostniederländische Haute Cuisine
konnte ich Jan schon vor dem Anpfiff überzeugen. Am heutigen
dritten von sechs Liga-Spieltagen gastierte mit dem
zypriotischen Vertreter FC Pafos ein ziemlicher Exot beim FCT.
Zum FC Pafos habe ich sogar eine kleine
Geschichte bereit. Alex und ich verbrachten unsere Flitterwochen
während Corona in der Stadt im Südwesten der Mittelmeerinsel.
Während unseres Aufenthalts hatte der heimische FC sogar ein
Spiel, das aufgrund des Virus jedoch unter strengen
Schutzvorkehrungen stattfand. Wir versuchten trotzdem, uns über
ein offenes Tor Zutritt zu verschaffen, wurden „erwischt“ und
ich gefragt, ob ich ein Spieler sei. Etwas perplex und bereits
zu lange zögernd verneinte ich und bereute es noch im selben
Moment. Nun durfte ich also immerhin einem Gastspiel der Jungs
von meiner Lieblingsinsel beiwohnen. Trotzdem hoffte ich
natürlich auf deren Misserfolg. Dafür sprach, dass Twente von
Beginn an seiner Favoritenrolle gerecht wurde und das Spiel mit
extrem viel Ballbesitz bestimmte. Vor dem gegnerischen Strafraum
ergaben sich jedoch größtenteils Szenen, die eher an das
leidliche Angriffsspiel rund um den Kreis beim Handball
erinnerten.
Auf der anderen Seite hatten die Gäste ein
paar schnelle Jungs für zackige Konter im Aufgebot. So brannte
es trotz Überlegenheit nicht selten bei den Tukkern und in der
39. Minute zappelte der Ball tatsächlich im Netz von
Unnerstall-Ersatz Drommel. Mit seinem provozierenden Jubel vor
dem Vak P brachte Torschütze Lele die Fans gegen sich auf und
kassierte zudem eine gelbe Karte. Sofort nach dem Treffer und
auch im zweiten Durchgang machte Twente unbeirrt weiter und
griff wütend an. Eine Ecke brachte dann endlich den erlösenden
Treffer und stellte die Anzeigetafel auf 1:1 (62.). Wenig später
brandete wieder Jubel auf, da sich Lele mit einem taktischen
Foul die Ampelkarte abholte. Jetzt sollte das Pendel doch
endgültig zugunsten der Hausherren ausschlagen. Ich hatte gerade
die zweite Runde Twente ham geholt, als es auf der anderen Seite
des Feldes klingelte und die Heimelf einen Konter erfolgreich
vollendete (76.). Es war ein gutes Spiel mit einem nicht
linearen Spielverlauf, dass dank des bei PSG ausgebildeten
Weidmanns und seines Treffers (82.) 3:1 endete. Ich erfreute
mich an drei echten und ehrlichen Jubelschreien inmitten der
Schalker Torflaute. Auch Jan hatte seinen Spaß und feierte ein
gelungenes Debut beim FCT.
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