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Mit einem großem Batzen Ernüchterung im
Gepäck kam in nach dem Schalker Rückrundenauftakt in Berlin
zurück nach Hause. Die Diskussionen um die Notwendigkeit des
Stimmungsboykotts innerhalb der Schalke-Familie übertönten dabei
den schwachen Auftritt des Tabellenführers. Wenig später sollte
jedoch ein anderes Thema die Nachrichten rund um den S04
bestimmen. Mitte der Woche vermeldete Königsblau tatsächlich den
Wechsel des Alt-Stars Edin Dzeko. Der ehemalige
Bundesliga-Torschützenkönig schloss sich im Spätherbst seiner
Karriere den Knappen und der Mission Bundesliga-Aufstieg an.
Ganz ehrlich, ich weiß natürlich was Dzeko geleistet hat und
noch immer leisten kann. Den immensen Hype um die Verpflichtung
des 39-jährigen Stürmers, konnte ich dann aber nicht
nachvollziehen. Vielmehr war ich gespannt auf den Auftritt der
Knappen am frühen Sonntagnachmittag gegen den 1. FC
Kaiserslautern. In der Hinrunde waren die Pfälzer eines der
wenigen Teams, das die Knappen besiegen konnte. Bei bestem
Sommerwetter mussten die Schalker damals eine unglückliche und
unverdiente Niederlage auf dem Betzenberg verkraften.
Ende Januar war die Witterung eine andere
und dick eingemummelt machte ich mich auf dem Weg zum Berger
Feld. Währenddessen bewegte sich im Schalker Newsfeed so
einiges. Top-Stürmer Moussa Sylla stand wohl nicht im Kader und
war stattdessen auf dem Abflug in die MLS. Das war überraschend
aber aufgrund der kolportierten Ablösesumme von 7 Millionen Euro
absolut nachvollziehbar. Ebenso überraschend kam der
Choreo-Flyer der mir am Eingang des Blocks, zusammen mit einer
schmucken Wintermütze, überreicht wurde. Scheinbar holte die UGE
in dieser Saison alle Kurvenbilder nach, die man aufgrund der
Pandemie und des „Problemfensters“ in den letzten Spielzeiten
nicht präsentieren konnte. Leider passte die erneut starke
Choreo nicht zur sich anschließenden eher lethargischen Stimmung
der Nordkurve und dem ebenso ideenlosen Auftritt der Knappen.
Königsblau startete mit Dzeko auf der Bank und einem
größtenteils harmlosen Ansatz auf dem Rasen. Auf Seiten der
Roten Teufel lief es zum Glück weder auf den Rängen noch auf dem
Platz wirklich besser. Folgerichtig ging es mit einem torlosen
Remis in die Pause.
Bibbernd durchstanden Kirsten, Andre und
ich die 15 Minuten, ehe es zwischen beiden Teams nun etwas
intensiver zur Sache ging. Beinahe hätte eine Doppelchance von
Porath und später Becker (58.) Schalkes spielerische Mängel
übertüncht und die 1:0-Führung gebracht. Stattdessen geriet
Schalke wenige Augenblicke später durch einen Kopfballtreffer
des FCK-Jokers Prtajin in Rückstand (61.). Anders als oft gegen
den S04 gesehen, brachten die Hausherren keinen wirklichen Druck
aufs Tor der nun führenden Lauterer zustande. Stattdessen
sorgten ein Konter und abermals Prtajin für eine bequeme, weil
späte 2:0-Führung der Gäste (84.). Tatsächlich schreibt der
Fußball jedoch ab und an wilde Geschichten. Zum Beispiel die vom
zwischenzeitlich eingewechselten Hoffnungsträger Dzeko, der
wenig später einen hohen Ball unnachahmlich runterpflückte und
in der Drehung den Anschlusstreffer erzielte (87.). Plötzlich
war die Hoffnung auf einen Punktgewinn greifbar und der S04
konnte dank Karamans Ausgleich in der Schlussminute, die sich
anbahnende Krise abwenden oder zumindest abfedern. Der
Tabellenführer wird sich in den kommenden Spielen jedoch
deutlich steigern müssen und darf sich nicht vom vermeintlich
positiven Ausgang der Achterbahnfahrt gegen den FCK blenden
lassen.
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