| |
Mit Lynns Geburt im Januar war früh klar,
dass mein Hopping-Jahr 2025 ein anderes werden würde. Natürlich
fuhr ich die Spielanzahl und vor allem die Reisetätigkeit stark
zurück. Trotzdem konnte ich viele der für mich relevanten Ligen
bereits vor dem Jahreswechsel komplettieren und tastete mich in
Belgien und den Niederlanden erstmals an die zweigleisigen
Amateurklassen heran. Auch wenn es an der Zeit für Rückblicke
und Resümees ist, wartete auf mich noch ein kleines Highlight.
Mit langer Vorlaufzeit hatte die Partie zwischen La Louviere und
Leuven den Weg in meinen Terminkalender gefunden. Der Spieltag
der belgischen Pro League zwischen Weihnachten und Silvester bot
sich perfekt an, um das neue Stadion des Erstliga-Aufsteigers
aus dem Hennegau zu besuchen. Seit meinem letzten Besuch vor
ziemlich genau sechs Jahren ist hier viel geschehen. Das in die
Jahre gekommene und weitläufige Stade du Tivoli ist zwar noch
nicht Geschichte, wird aber nicht mehr von den Profis des RAAL
La Louviere bespielt. Zudem misst sich der damalige Drittligist
nun mit Clubs wie Brügge oder Anderlecht in Belgiens höchster
Spielklasse.
Auch der Zuspruch war heute ein anderer.
Kickte der Verein mit seiner reichen Geschichte aus Fusionen und
Neugründungen 2019 vor knapp 500 Zuschauern, kamen nun sieben-
bis achttausend Menschen zu den Heimspielen in die neue Arena.
Diese wurde direkt neben das Tivoli-Stadion gesetzt und von
dessen Flutlichtmasten überragt. Aufgrund des beschriebenen
Andrangs und der für meine Verhältnisse späten Anreise musste
ich etwas weiter entfernt parken. Bereits auf dem Weg sah ich
einige deutsche Kennzeichen und griff ab und an deutsche
Satzfetzen aus den Gesprächen um mich herum auf. Natürlich war
diese Ansetzung in der toten Zeit „zwischen den Jahren“ ein Fest
für die deutsche Hopper-Klasse. Vielen dürfte es beim Besuch um
reine Beschäftigung oder den Haken hinter der Hütte gegangen
sein. Die „easi Arena“ selbst war nämlich nichts Besonderes. Ein
einfacher und zweckmäßiger Bau ohne große Reize fürs Auge.
Trotzdem sollte man die Fassadengestaltung mit mehreren
Kunstwerken sowie die „Flutlicht-Kerzen“ positiv erwähnen. Auch
der Blick auf die Wohnblöcke war, wie schon im Tivoli, ein
kleines Highlight.
Bei sonnigem, aber kalten Winterwetter
präsentierte sich der Ground zudem in einem tollen Licht. Jetzt
musste vor nahezu vollem Haus nur noch die Partie gegen OH
Leuven liefern. Mit meinem Bier und einem abartig lapprigen Hot
Dog nahm ich auf einer der Hintertortribünen - wie sollte es
anders sein - zwischen zwei Gruppen Deutscher Platz. Spätestens
als einer der Strategen den stillen Protest der Hausherren und
deren Plakat mit „Kann einer Übersetzen, ich kann kein Belgisch“
kommentierte, wusste ich, dass ich mich gleich auf einen der
freien Plätze in der Stadionecke verziehen würde. Von dort aus
beobachtete ich in Ruhe ein Spiel, das ein richtiger Kracher
hätte werden können. Die Hausherren schossen gegen die
Konkurrenz im Tabellenkeller zwei schnelle Tore, die jedoch
beide vom VAR einkassiert wurden. Beide Treffer fielen direkt
vor meiner Nase und ich habe noch immer keinen Schimmer, was die
Offiziellen an diesen auszusetzen hatten. Zwei weitere
Video-Entscheidungen zu Ungunsten der RAAL später, ging es
torlos in die Pause. Leider brachte der zweite Durchgang nur
bittere Kälte und keine Tore. Immerhin verabschiedete mich die
aktive Szene der Hausherren mit einem sehenswerten Kurvenbild
samt Pyro-Einsatz in die kurze Winterpause. Auf ein Neues in
2026!
|
|